Warum
ich per Autostop fahre, fragt mich Lily, auf die Fahrbahn konzentriert. Um Leute kennenzulernen, sage ich. In der Stadt lernst du keine Leute kennen. Sie pflichtet mir heftig bei. Sie hat einen sehr stressigen Beruf, organisiert ein Millionenprojekt in Whitehorse, wird jetzt doch einige Leute dafür anstellen. Sie erzählt mir ihr ganzes Leben, von den Kindern, dem Partner, dem Haus und den Reisen. Am besten schläft sie beim Campieren im Freien, sagt sie. Wie ich, sage ich.
Wir sehen eine Elchkuh über die Straße gehen, die zwei Junge hinüberbugsiert und dann im hohen Gebüsch verschwindet. Sie erzählt mir von ihren Begegnungen mit Bären. Grizzlys sind wie Menschen, die keine Angst haben. Du kannst ihnen beim Denken zusehen. Später überholen wir Joowang Lee, ich erzähle ihr von ihm.
An der Abzweigung nach Dawson verabschieden wir uns.
Die nächste Stunde verbringe ich mit meinem Rucksack auf der Ladefläche eines Pickup, bis der alte Mann mit dem langen weißen Bart irgendwo auf dem Klondike-Highway stehen bleibt und mich runterlässt. Hier müsse er abbiegen. Das gibt mir eine gute Zeit der Stille am Straßenrand, nur wenige Autos am Sonntag Nachmittag.
Am Morgen war ich im Gottesdienst in der heimeligen Quonset-Kirche in Haimes Junction, mit beinahe zehn Kindern und jungen Eltern, wo jeder zweite etwas zur Feier beitrug. Einer mit Anzug und Krawatte aus der zweiten Reihe leitete den Gottesdienst und erklärte die Schrifttexte. In der Diözese Whitehorse gibt es nur vier Priester.
Dann hielt Otto.
Er erzählte mir sein ganzes Leben. Seine Zeit in Deutschland, in Holland, in den Staaten, in Südamerika, und nun in Dawson City. Als Landwirt.
Gibt es überhaupt Landwirtschaft im Yukon? frage ich. Ich habe kein einiges Feld gesehen und kein Weidevieh. Zur Antwort bekomme ich eine Karotte.
Zwei Orte durchqueren wir, die fast nur aus einer Brücke bestehen. Der Yukon sieht hier aus wie die Donau in der Wachau.
Seit Otto mir die vulkanische Zone gezeigt hat, von der Aussichtswarte neben dem Highway auf die Tiefebene darunter, fühle ich das Schwanken des Bodens.
Besonders in meinem Bett im Bunkhouse, das ein Holzhaus ist.
Der Wirt im Bunkhouse ist Ottos Freund.
Der Yukon ist 200 km länger als die Donau.
Die heute zurückgelegte Strecke ist so lang wie von Wien bis Bregenz.
Als ich zum ersten Mal nach Dawson kam, vor 40 Jahren, war es auch mit Otto
Ich fahre Autostop, weil man die Welt nicht erfährt, ohne sich auszuliefern





Gott hat das auch nicht anders gemacht
Wir sehen eine Elchkuh über die Straße gehen, die zwei Junge hinüberbugsiert und dann im hohen Gebüsch verschwindet. Sie erzählt mir von ihren Begegnungen mit Bären. Grizzlys sind wie Menschen, die keine Angst haben. Du kannst ihnen beim Denken zusehen. Später überholen wir Joowang Lee, ich erzähle ihr von ihm.
An der Abzweigung nach Dawson verabschieden wir uns.
Die nächste Stunde verbringe ich mit meinem Rucksack auf der Ladefläche eines Pickup, bis der alte Mann mit dem langen weißen Bart irgendwo auf dem Klondike-Highway stehen bleibt und mich runterlässt. Hier müsse er abbiegen. Das gibt mir eine gute Zeit der Stille am Straßenrand, nur wenige Autos am Sonntag Nachmittag.
Am Morgen war ich im Gottesdienst in der heimeligen Quonset-Kirche in Haimes Junction, mit beinahe zehn Kindern und jungen Eltern, wo jeder zweite etwas zur Feier beitrug. Einer mit Anzug und Krawatte aus der zweiten Reihe leitete den Gottesdienst und erklärte die Schrifttexte. In der Diözese Whitehorse gibt es nur vier Priester.
Dann hielt Otto.
Er erzählte mir sein ganzes Leben. Seine Zeit in Deutschland, in Holland, in den Staaten, in Südamerika, und nun in Dawson City. Als Landwirt.
Gibt es überhaupt Landwirtschaft im Yukon? frage ich. Ich habe kein einiges Feld gesehen und kein Weidevieh. Zur Antwort bekomme ich eine Karotte.
Zwei Orte durchqueren wir, die fast nur aus einer Brücke bestehen. Der Yukon sieht hier aus wie die Donau in der Wachau.
Seit Otto mir die vulkanische Zone gezeigt hat, von der Aussichtswarte neben dem Highway auf die Tiefebene darunter, fühle ich das Schwanken des Bodens.
Besonders in meinem Bett im Bunkhouse, das ein Holzhaus ist.
Der Wirt im Bunkhouse ist Ottos Freund.
Der Yukon ist 200 km länger als die Donau.
Die heute zurückgelegte Strecke ist so lang wie von Wien bis Bregenz.
Als ich zum ersten Mal nach Dawson kam, vor 40 Jahren, war es auch mit Otto
Ich fahre Autostop, weil man die Welt nicht erfährt, ohne sich auszuliefern





Gott hat das auch nicht anders gemacht
weichensteller - 3. Aug, 22:21






