Die Sonntagsmesse
Die fast vollbesetzte Sonntagsgemeine singt ein Eingangslied und ein Schlusslied, sonst nichts, obwohl ein Klavier dort steht. Gut die Hälfte sind Asiaten und Schwarze, ein guter Teil Familien, und junge Erwachsene. Hinter mir ist eine große Glasscheibe, dort kann man zwei Familien mit Kleinkindern betrachten. Das Exil nützt aber nur halb, weil die Kinder bei der Messe von innen an die Scheibe klopfen oder in der aufgestoßenen Türe stehen und das Geschehen kommentieren.
Alle anderen Messteile werden gesprochen.
Es zelebriert Bischof Hector Vila. Bei der gut 15 minütigen Predigt erzählt er die Lesung von Salomon nocheinmal und betont, dass er, als er eine Bitte freihatte, um Weisheit bat, nicht um Reichtum oder Erfolg. "Liebe Brüder und Schwestern, haben Sie schon einmal nachgedacht, was Sie sich wünschen würden?" Immerhin betont er, dass Salomon um Weisheit bat, um "dein Volk zu regieren" und also den anvertrauten Menschen zu dienen ("Brüder und Schwestern, deine Familie gehört nicht dir"). Ein längerer Predigtteil beschäftigte sich mit der Unterscheidung von gut und böse.
Er sprach mit kräftiger Stimme in sehr eindeutigen Sätzen und stützte sich dabei breit am Ambo auf, der in der Mitte stand. Drei oder vier Mal senkte er seine Stimme so ab und ließ das Gesagte in eine Formulierung münden, sodass ich in Gedanken schon "Amen" sagte - aber es ging doch weiter.
Nach der Messe stand er am Kirchentor, während die Gemeine noch das Schlusslied fertig sang, und zu mir, der ich als einer der ersten kam, weil ich hinten gesessen war, sagte er "Good bye"

Alle anderen Messteile werden gesprochen.
Es zelebriert Bischof Hector Vila. Bei der gut 15 minütigen Predigt erzählt er die Lesung von Salomon nocheinmal und betont, dass er, als er eine Bitte freihatte, um Weisheit bat, nicht um Reichtum oder Erfolg. "Liebe Brüder und Schwestern, haben Sie schon einmal nachgedacht, was Sie sich wünschen würden?" Immerhin betont er, dass Salomon um Weisheit bat, um "dein Volk zu regieren" und also den anvertrauten Menschen zu dienen ("Brüder und Schwestern, deine Familie gehört nicht dir"). Ein längerer Predigtteil beschäftigte sich mit der Unterscheidung von gut und böse.
Er sprach mit kräftiger Stimme in sehr eindeutigen Sätzen und stützte sich dabei breit am Ambo auf, der in der Mitte stand. Drei oder vier Mal senkte er seine Stimme so ab und ließ das Gesagte in eine Formulierung münden, sodass ich in Gedanken schon "Amen" sagte - aber es ging doch weiter.
Nach der Messe stand er am Kirchentor, während die Gemeine noch das Schlusslied fertig sang, und zu mir, der ich als einer der ersten kam, weil ich hinten gesessen war, sagte er "Good bye"

weichensteller - 28. Jul, 02:00










