des menschen überdrüssig

Sonntag, 1. Dezember 2013

Bostjans Flug

Endlich wieder richtige Literatur. Nicht nur erzählte Geschichten. Nicht nur, dass man dann darüber redet, was da alles vorgefallen ist und wer so jemand kennt und wer schon dort gewesen ist undsoweiter.
Sondern diese richtige Literatur beginnt so, dass man mit diesem Bostjan über Wiesenhänge schreitet und noch längst keine Vorstellung davon hat, wer das sein mag, dass man mit ihm in der Kirche sitzt und zu dem Mädchen hinüberschielt und noch nicht ahnt, was von den beiden zu halten ist und ob es sich überhaupt um Realität oder bloß um jugendliche Träumerei handelt, und weiß es selbst dann noch nicht, als man mit diesen beiden das leere Elternhaus umschritten hat, und weiß noch nicht einmal, was dabei überhaupt gesprochen wurde oder ob es im selben Schweigen stattfand wie das des am Kreuz thronenden Schweigers, und weiß gerade nur soviel, dass er trotz des Ungesagten diese Lina so fasziniert haben muss wie den Leser, der ihm nun bereits einen guten Teil des Buches gefolgt ist und es kaum weglegen kann, um Luft zu schnappen.

Und diese Literatur soll durchaus große Literatur genannt werden, weil sie eine Sprache hat, die in die Köpfe geht; weil die Literatur eigentlich im Kopf des Lesers stattfindet, in dem sich bereits Geschichten von vertrackten Kriegen und himmelsschreienden Ungerechtigkeiten, von menschlichen Abgründen und Aufbäumen dagegen, vom Zurückschlagen der Natur gegen den Menschen abzeichnen, von denen indes bisher nichts als mögliche Wegmarken vorliegen. Mit anderen Worten: Diese Literatur hat wie jede richtige Literatur Geist, und weckt Geist, und korrespondiert mit Geist. Man könnte es auch so sagen: Diese Literatur ist ein Gedicht. Kein verschlüsseltes Rätselgedicht, sondern ein Gedicht, dessen Worte Wege weisen, die dann der Leser geht, gehen kann, auch alleine, mitunter alleine, während das Gedicht bereits irgendwo abgebogen ist, und möglicherweise gelangt der Leser so einmal auf eine Lichtung, wo das Gedicht dann bereits auf ihn gewartet hat.

Solche Wegmarken sind von der Art wie Bostjans gedachter Griff mit der Hand in das Räderwerk der Zeit, um sie anzuhalten, und schließlich die wirkliche Verlangsamung mit Lisa, während der Leser auf Vergangenheitsreisen geschickt wird zu einem früher bewohnten Haus und einer sterbenden Kuh, um schließlich den Leser erst dann wieder zuzulassen, wenn Lina bereits wieder verabschiedet wird, ohne dass er auch nur von einem der beiden ein Wort gehört oder eine Geste gesehen hätte. Oder wie der hölzerne Schweiger am Kreuz, der nach bestimmten Ereignissen den Kopf gewendet habe, wie um etwas nicht mehr ansehen zu müssen oder sich von etwas abgewendet habe, das jedenfalls, und hier gibt sich das Gedicht unmissverständlich eindeutig, keinesfalls gutgeheißen werden konnte. Zwischen dem Schweiger und Bostjan gibt es eine Identität und ein Einverständnis, das dem Leser sofort einleuchtet, ohne dass er noch eine Ahnung hätte, oder vielleicht an dieser Stelle höchstens eine Ahnung, was hier nun eigentlich verschwiegen wurde.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Glavinic auf Pilgerreise?

Was kann man erwarten von einem Roman, der einen Ungläubigen und Unwissenden auf eine Pilgerfahrt nach Medjugerje schickt? Es beginnt wie eine Art Forschungsreise, oder eine Entdeckungsreise ins Religiöse oder in die eigene Seele, wenn der Erzähler begründet, die Medjugorje-Pilgerfahrt wäre kürzer und billiger gewesen als eine nach Lourdes. Als ahnungsloser Zeitgenosse sitzt er dann im Bus, zusammen mit seinem noch gröberen Freund, beobachtet belustigt das Figurenensemble der Pilgergruppe und wundert sich über das Beten und andere religiöse Praktiken. Aber sowohl in den Sitzreihen des Busses, wie im Pilgerhotel, bei den religiösen Vorträgen und Gottesdiensten, als auch nachher bei seiner „Flucht“ an die kroatische Küste versteckt er seine wahren Motive. Er habe „in seinem ganzen Leben noch nicht gebeichtet und werde es auch garantiert niemals tun“, zeigt er sich überraschend dogmatisch immunisiert. Andererseits sagt er, „etwas über den Glauben dieser Menschen und vielleicht gar über meinen eigenen erfahren“ zu wollen. Zwischen diesen motivischen Klippen bewegt sich die ganze Reise, im ersten Teil durch eine skurrile Pilgerwelt, im zweiten durch eine noch skurrilere Balkanwelt. Wie durch Nebel erscheinen schemenhaft religiöse Ereignisse, Begegnungen mit anderen Pilgern, mit dem Freund und mit dem eigenen Vater und dessen Familie. „Manchmal gleiten Zeit und Dinge an mir vorbei“, erkennt er in einem lichten Moment. So darf man also keine Analyse eines religiösen Hotspots erwarten, und auch keine wirklich personale Begegnung mit Menschen oder dem Religiösen.
Was aber beinahe noch grotesker wird als die Pilgerkulisse, ist der streng konsumistische Vordergrund. Die beiden Freunde und Fremdlinge hanteln sich von einem Restaurant ins andere, fortwährend wird „bestellt“ und „serviert“, Bier und Schnaps, Pizza und Cevapcici aufgetischt und verdrückt, und man fragt sich, wie und wann das alles verdaut und verarbeitet werden soll. Unschwer sind die aufkommenden Gesundheitsbeschwerden als eine Folge dieses atemlosen Schlingens erkennbar, und sie steigern sich maßlos im fortgesetzten Tablettenkonsum. Im Finale furiosum kippt diese rasende Unruhe wie in einem Kippbild plötzlich in das gewitterhafte äußere Geschehen, und das verbleibende Ich erscheint als subjektlose, leere Gestalt. Das Unglück, kein Heiliger zu sein, könnte als Erkenntnis dastehen, leer geworden zu sein, ohne die Seele dem Heiligen verschrieben zu haben – falls Gavinic überhaupt auf eine wahrhafte Begegnung aus ist und nicht nur auf einen skurrilen Plot, wofür ich freilich keine Beweise habe.

Samstag, 8. Mai 2010

fisch, ein bericht. christian stuhlpfarrer

1. Blick: Ludwig Adalbert Unselig ist verschwunden. So beginnt der Roman, und rekonstruiert schrittweise, wer Unselig war. Der erzählende Ermittler findet seine zu einem Swimming Pool umgebaute Wohnung, seine Arbeitsstelle im Saal neun, Fossiliensammlung von Meeresbewohnern im Naturhistorischen Museum, dem „Verein zur Erhaltung der Schilfgrasvielfalt am Neusiedler See“, wo Unselig Mitglied war, und schließlich sein rätselhaftes Untertauchen in Albanien, dem Land am Meer.
2. Blick: Die ersten Nachforschungen bei der Fremdenpolizei geben einen Fingerzeig: Eine Flucht von Wien nach Albanien zu erklären obliegt keiner Behörde. Unselig ist genau in umgekehrter Richtung verschwunden, in der sonst Menschen erscheinen. Viele weitere Indizien bestätigen das, die Fossilienkunde, Mitteleuropa im Erdmittelalter, die Zeit, als das Leben aus dem Wasser kam, die Spuren, die es hinterlassen hat, die Wiener Gebäude aus Lethakalk. Zeit wird transparent in beide Richtungen, Evolution vorwärts und rückwärts, Fischwerdung des Menschen.
3. Blick: Frau Mihalvic könnte ein Grund sein, verschwinden zu wollen – zumindest aus Simmering. Ihre eigene Tochter entzieht sich durch Magersucht. Die Hausmeisterin ist eine lästige, aufdringliche Person, die sich beschwert über die Wasserlacken vor Unseligs Wohnungstür.
Herr Jonas ist Zeuge von Unseligs Verschwinden. Aus der gegenüberliegenden Wohnung beobachtet er, wie Unselig Stunden und Tage in seinem Wohnzimmer auf der Luftmatratze schaukelt oder schnorchelt und taucht. Jonas, der biblische Fischexperte.
4. Blick: Unselig selbst dokumentiert seine Fischwerdung mittels Flaschenpost:
Meine Lungenflügel erinnern sich:
Finsternis lag über der Urflut,

schreibt er, tastet sich an das Dämmern des Geistes im Anfang, die Zygote in der finsteren Röhre wie das Seepferdchen im Meer, schließlich das Geborenwerden, als würde man aus dem Wasser gefischt.
Der Himmalaya ist eine Insel, notiert Unselig und prophezeit eine Sintflut, und der Wetterbericht meldet Unwetter in den letzten Wochen des Jahrtausends.
Innen flüssig, weich und glitschig einst.
Ausgelaugt, versteinert, entsaftet nun.

Das Strandgut des Neusiedler Sees, die Paläontologie im Naturhistorischen, die Selbstentsaftung mittels Kiwi-Kur und Schwarztee: die Reduktion des Lebendigen auf Stein.
Wie in den Tagen des Noah, proklamieren die Zeugen Jehovas den Weltuntergang, nachdem sie den Untertaucher herausgeläutet haben.
Die Stadt Wien begrüßt ihre Besucher, die vom Flughafen kommen und am Zentralfriedhof entlang fahren, mit dem Hinweis auf die absolute Fraglichkeit des Menschenlebens.
5. Blick: Unselig geht zugrunde, am See, am Meer, und der Nachforscher hinter ihm her ebenfalls. Die Saurier gingen an der eigenen Masse zugrunde. Zum Grund kommen ist hier kein Eskapismus, es gibt keine unausweichlichen Konflikte, keine Depressionen. Eher, dass die Welt nichtssagend ist, Flaschenstöpsel allenthalben. Verstummen, zum Grund kommen, zurückkommen in das Natürliche, Lebendige, Urwüchsige, ohne Groll, keine Strafe, keine Rache, nur weg.
6. Blick: Eine neue Phänomenologie, Erscheinen und Verschwinden im selben Blick, die überwundene Einseitigkeit des bisherigen Evolutionsverständnisses, in der Erinnerung der Lungenflügel. Weiters: Aufgehen und Untergehen, vom Grund her gesehen, nicht nur im Zeitablauf, sondern als Zusichkommen und Aufgehen in der Welt.
Das europäische Wetterpanorama am Anfang, am Ende als Musilzitat deklariert: die Welt des Mannes ohne Eigenschaften, der im Seinesgleichen ein Fremder ist, der schließlich die Versuche, etwas aus sich zu machen, abbricht und sich selbst zu suchen beginnt: der Unselige hier, erst dann selig, wenn er übereinstimmt mit allem, wie ein Fisch im Meer

Mittwoch, 16. September 2009

Ein neuer Mensch

Ich bin nach langer Zeit wieder einmal im Einkaufszentrum. Ein Vorteil ist die unproblematische Zufahrt mit dem Auto. Ich suche Schuhe, die ich in den letzten Schuhgeschäften in der Stadt nicht mehr finden konnte, weil alle ihr großes Sortiment abgezogen haben und ins Einkaufszentrum verlegt. Ich suche einige Minuten auf zwei Etagen nach einem Schuhgeschäft – weil ich die Örtlichkeiten nicht so genau kenne. In der gleichen Zeit hätte in die Villacher Innenstadt mit dem Fahrrad durchquert.
Ich sehe Menschen, die plaudernd Verkaufszonen durchstreifen, ohne zu registrieren, wo sie sich befinden. Die Geschäfte haben keine Eingangstüren: daher grüßt auch niemand beim Betreten oder Verlassen des Geschäfts. Die Angestellten sitzen wie betäubt an der Kassa oder schlichten stumm und unbeteiligt Ware in die Regale. Nicht identifizierbare Musik plärrt aus unsichtbaren Lautsprechern, ein Springbrunnengeplätscher verstärkt das Hintergrundrauschen, Stimmengeraune kommt dazu. Von verschiedenen Ecken wehen Düfte von Bratfett oder Kaffee und beschleunigen meine Suche. Kinder gereizter Eltern laufen die Reihe von beleuchteten Glasstäben auf und ab und bringen sie zum Schwingen, als wären es Farnwälder. Manchmal sehe ich ein bekanntes Gesicht, oft peinlich berührte Abwendung des Blicks, oft kurzes Zunicken im Vorbeihuschen. Auf der Rolltreppe abwärts stehend, sehe ich jene Burschen umherziehen, die sich noch letztes Jahr regelmäßig auf unserer Fußballwiese getroffen haben: ich kann nicht erkennen, was sie hier tun.

Ich betrete die Verkaufsfläche des gesuchten Geschäfts, niemand nimmt von mir Notiz. Ich spreche eine unbeirrt Regale einschlichtende Verkäuferin an, sie schickt mich in den hinteren Teil des Geschäfts. Dort ist eine andere Verkäuferin mit einer Familie beschäftigt, sie nimmt minutenlang keine Kenntnis von mir. Als nach und nach andere Kunden hinzutreten, ruft sie Verstärkung, schreit, brüllt einige Male den Namen der vorher angetroffenen Verkäuferin, bis diese herläuft und wortlos Schuhkartons schlichtet. Nach einigen Minuten spreche ich sie an, sie erschrickt und blickt mich an, als würde sie aus einem Traum erwachen – und gibt mir die gewünschte Auskunft. An der Kassa steht breit vor mir ein lautstark telefonierender Kunde. Es ist nicht klar, ob er den Zahlvorgang schon beendet hat, ein Geldschein liegt am Tisch, er schwingt einen Plastiksack, minutenlang, stumm schauen die Verkäuferinnen zu und tauschen Blicke. Später erfahre ich, dass die Verkäufer oft zwölf Stunden im Geschäft sind und nicht wissen, ob draußen die Sonne scheint oder es regnet, wie heute.

Ich habe in Einkaufszentren immer den Eindruck, als ob die Menschen hier in Hypnose wären: wie ferngesteuert, von Bildern und Markennamen hierhin und dorthin gezogen, ihre menschlichen Qualitäten vergessend. Geschäftig, quasselnd, ihre Umgebung ignorierend. Oder aber es sind andere Menschen. Solche, die hier erzeugt werden, großgezogen, die sich hier ausbreiten, unter Musikberiesel und Rolltreppengeschiebe, die keine Sonne mehr kennen und kein aufmerksames Gespräch von Angesicht zu Angesicht. – Später treffe ich auch im Wald solche, die sich brüllend unterhalten, andere, die versunken mit Kopfhörern vorbeihuschen, und nur der hervorquellende Lärm bestätigt, dass sie wirklich da waren. Ich habe auch in Jugendzimmern schon Wesen mit kleinen Augen gesehen, die auf Glasscheiben starrten und beim Grüßen nur einen Grunzton von sich gaben. Kinder sind die Hälfte meines Besuchs damit beschäftigt, auf die Mutter einzureden und sie zu irgendetwas zu überreden. Und Erwachsene kenne ich, die suchen sich einen Partner im Internet nach Körpergröße, Monatsverdienst und Essensvorlieben, wie ein neues Auto. Und andere gehen ins Fitnessstudio, um ihren Brust- oder Taillenumfang zu vergrößern oder verkleinern, oder zum Chirurgen. Ein neuer Menschenschlag breitet sich aus in der Stadt, als würde er synthetisch erzeugt, aber niemand wills gewesen sein, niemand ist dafür verantwortlich. Still und unbemerkt nimmt er die Stadt in Besitz, nur in die Kirche scheint er noch nicht gekommen zu sein.

Samstag, 1. November 2008

Zum Tod oder daneben

http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/426838/index.do

Der Strasser ist ein Schwätzer, ein Gscheiterl, wie die Wiener sagen. Kreist wie ein Habicht um den Hühnerstall der Religion, aber kommt nicht hinein, weil er die bequeme Philosophenluft nicht aufgeben will. Dabei bräuchte er nur einmal in die Messe zu gehen, an Tagen wie diesem, da bekäme er genug Stoff zum Tod, über den er sich ausläßt, ohne etwas zu sagen. Als Meister der Fläche ist er eher Geometer als Philosoph, denn da fehlt beides: Liebe und Weisheit. Wie will man denn etwas Gültiges vom Tod ausmachen ohne Metaphysik! Naturalisten und Fundamentalisten sind Flächenbewohner wie er, da dachte Schopenhauer noch riskanter, der Maulwurf, der an die Oberfläche kam und die Tiefe des Bodens vergaß.

Strasser ist ein Muttersöhnchen, ohne den Ernst für Wahrheit und Verantwortung. Deshalb muss er jeweils im ersten Absatz die Religion kaltstellen, um dann seitenlang in der Asche herumzustochern. Ich halte sein Schreiben für Glaubensersatz, denn auf einen personalen Gott kann er sich nicht beziehen. Kann man sonst in einem Essay über Leben nach dem Tod schwadronieren, ohne den Auferstandenen zu erwähnen? Über Bewußtseinszustände von Toten fabulieren, ohne über Ewigkeit zu sprechen?

Ich halte das Ganze für fahrlässig. Ein zynisches Aburteilen der tiefsten Glaubensüberzeugungen des christlichen (jüdischen und islamischen) Abendlandes / Morgenlandes. Und es ist kein Zufall, dass stets Zyniker und Nihilisten wie er ums Wort gebeten werden. Programmatische Verflachung des Abendlandes.

Montag, 16. Juni 2008

Wir Zuschauer



Wir Zaungäste der Europameisterschaft. Delektieren uns an den Emotionen der anderen. Die noch etwas zu hoffen/ zu gewinnen haben. Minutiöse Berichte der Vorbereitung der Spieler (seit Monaten täglich). Beobachtung der angereisten Fans: ihr Patriotismus/ ihr Konsumverhalten/ ihre Freude/Enttäuschung, jeweils in Großaufnahme.

Ach ja, unsere eigene Mannschaft. Das Fitnessbarometer anstelle der Klasse. Die Sensation des ersten und einzigen EM-Tores aus dem geschenkten Elfmeter in den letzten Spielsekunden. Das Lecken der Wunden, die uns Schiedsrichter, Schicksal, Pech zugefügt haben. Das Vergessen der eigenen Mittelmäßigkeit. Wir Österreicher wie der Portier beim Opernball, der sich zu fortgeschrittener Stunde auch einmal auf die Tanzfläche wagt.

Die Parteinahmen: Wir Zuschauer begeistern uns immer für diejenigen, die immer gewinnen: großes Mitleid für Franzosen und Italiener, wenn sie verlieren, nie für Mannschaften, mit denen wir es selbst aufnehmen könnten, nie für unseresgleichen, immer für die Sieger, die Mächtigen und Reichen. Die Spanier, die uns seinerzeit mit 9 : 0 abgefertigt hatten. Und wehe dem, der Schwäche zeigt, der nachdenkt, hinterfragt, der nicht über Leichen geht und nicht mit allen Mitteln den Sieg erzwingt: der bekommt Häme und Spott, dessen Schwächen werden genüßlich breitgewalzt, wochenlang, monatelang.

Wir Kirche haben Erfahrung damit. Wenn wir jahraus-jahrein ruhig und berechenbar geradeaus gehen, werden wir gerade noch stumm registriert wie die Bauwerke neben der Straße; allenfalls kleinere Konzertereignisse oder Wallfahrten oder renovierte Kirchentürme werden neben Käsefesten und Bordellraufereien mit kleinen Berichten versehen und in der Wahrnehmungskategorie des leicht Absonderlichen eingeordnet. Aber sobald irgendeine Tür einen Spalt sich öffnet und ein Unbeteiligter einen Blick erheischt, werden Autobeschaffungen und Postenbesetzungen zu geheimen Offenbarungen gemacht, an denen sich alle diejenigen lang- und breitsehen können, die keinen Zugang zu regulären Offenbarungen des Himmels haben.

Über dem ganzen Zusehen ist nirgendwo ein Handeln zu sehen gewesen, es sind lauter sich selbst reproduzierende Ereignisse, heute heißen die Gegner ..... und ....., und die Spiele haben die täglichen Quizshows und Seifenopern anstandslos ersetzt und werden schließlich wieder von ihnen abgelöst werden, und was da jeweils stattgefunden hat, wer soll sich das alles merken, in der nächsten Staffel ist ohnehin alles wieder ungültig.

Das totale Zusehen hat längst aus allem ein Bild gemacht, der Unterschied zwischen einem Stadionbesuch, einem öffentlichen Videostand und dem Fernseher liegt in der Lautstärke, der Bierverpflegung und den Wiederholungen in Großaufnahme. Auch unsere eigene Bildwerdung ist weit fortgeschritten, unsere Bedürfnisse erscheinen täglich im Werbefernsehen, und der Sinn unseres Lebens wird im gesteigerten Privatkonsum und im Wirtschaftswachstum angegeben. Was Wohlgefühl und Glück, Schönheit und Erfolg sind, liest man aus Bildern.
Wo sind die Bilderalben des geglückten Lebens? Des sinnvollen Einsatzes in Beruf, des sozialen Engagements in der Freizeit. Der gelingenden Partnerschaft. Der orientierungsgebenden Förderung der Heranwachsenden. Bilder des selbstbewußten freien Menschen, der lange überlegt hat und nun weiß, was er tut.
Wir Abbilder der Bilder.
Wir Zuschauer.

Donnerstag, 1. Mai 2008

6. Viri Galilaei

Ihr Männer, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? – So sagten die Weißgewandeten, vorwurfsvoll klingt es in unseren Ohren, man könnte versucht sein, noch hinzuzufügen: ... Und was geht ihr nicht endlich nach Hause und beginnt, etwas Vernünftiges zu tun? Baut endlich die neue Gemeinde der Christen auf, oder kümmert euch zu Hause um eure Familien!

So vernünftig wäre vielleicht unser Jahrhundert, wäre es dort gestanden in Galiläa, auf dem Berg, und hätte Jesus schwinden gesehen. Jetzt beginnt die Zeit der Selbständigkeit. Jetzt brauchen wir eigene Pläne und Konzepte, es ist vorbei, dem Meister nur hinterher zu gehen und seine Aufträge auszuführen. So denken doch die heutigen Menschen, die gelernt haben, anzupacken und in Ordnung zu bringen. Und man hört ein bißchen Erleichterung heraus. Nun bestimmen wir.

Aber dieses Jahrhundert hätte dann Jesus gar nicht gesehen. Jedenfalls hätte es ihn nicht erkannt. Es hätte von Jesus etwa so ein Verständnis gehabt wie manche Pharisäer: die hatte Jesus nur gestört. Ein Lästiger und Unbequemer, einer, der die Menschen herausfordert, der sie aufruft, sich selbst zu überwinden und alle ihre Blockaden und Vorurteile. Gerade gegenüber Gott, und da fühlten sich die Pharisäer doch hauptzuständig. Oder es hätte Jesus so gesehen wie Judas Iskariot, der Zelot, der Widerstandskämpfer gegen die Römer, ein vernünftiger Mensch mit einem praktischen Ziel, nämlich die Freiheit für sein Volk herzustellen, und gleich auch mit einem Plan, wie die neue Herrschaft aussehen sollte und wer sie auszuüben hätte. Immerhin einer der Jünger Jesu.
Oder wie Petrus, der Jesus, als er von Tod und Auferstehung spricht, in den Arm fällt und es verhindern will, denn der neue Weg soll doch ein Weg der Sieger und Erfolgreichen sein, denen die Sterne günstig sind und alles gelingen soll, mit Gottes Hilfe. Er ist der erste unter den Aposteln.

Aber dieses Jahrhundert hätte bei weitem zu kurz gegriffen. Denn die Genannten haben entweder Jesus verlassen oder verraten, oder sie sind gewandelt und geläutert worden. Denn die dort am Berg bei ihm gestanden sind, die haben sich ja bereits ganz auf ihn eingelassen. Für die war Jesus nicht mehr Sonntagsprediger, der eine gute Stimmung verbreitet, so daß man getrost mit gehobenem Herzen an den Sonntagstisch kehren und den Nachmittag mit der Familie genießen kann. Sondern Jesus nachfolgen kostet etwas. Verlangt Risiko. Fordert Mut und Totaleinsatz. Und beinhaltet Scheitern. Vielleicht beginnt es gerade beim Scheitern. Beim Begraben der eigenen Vorstellungen von einem guten Leben, wie damals am Ufer des Sees. Bei der totalen Niederlage unter dem Kreuz. Keine Ausreden mehr.

Und jetzt wird allmählich deutlich, warum die Männer noch immer am Berg stehen und Jesus nachblicken. Es ist nicht, dass sie um Jesus Angst hätten, dass sie sich Sorgen machten wegen ihm. Sondern es ist die Ratlosigkeit, wie sie in einer unchristlichen Welt eben diesen Christus bezeugen sollten. Es ist die Überforderung, auf sich selbst gestellt Jesu Gleichnisse anwenden zu müssen. Es ist das Zurückschrecken davor, nun heimzukehren und vor fragenden Gesichtern dafür einzustehen, was ein Leben in der Nachfolge Jesu ist. Verbindlich. Eindeutig. Wie werden sie herunterkommen von diesem Berg. Mit Jesus sind sie ihn hinaufgestiegen.

In diesem ihrem Zögern liegt bereits vorab die ganze Erkenntnis Jesu, des Heilands, des Erlösers, des Menschensohnes, des Gottessohnes. Der angebrochenen Gottesherrschaft inmitten der Welt. Nämlich dass man diesen Gott nicht aus eigenem verkünden kann. Das nur er selbst für sich sprechen kann. Und das auch tut. Jenseits von Wahrscheinlichkeiten und Mehrheitsbeschlüssen.

Im Zögern der Männer von Galiläa liegen die Millionen von Fragen, die sich den Menschen stellen werden, und zu deren verbindlicher Beantwortung sie einen Beistand nötig haben: Ob es richtig ist, Menschen nach ihrer Produktivität u beurteilen. Ob es angeht, dass die Mehrzahl der Menschen in Armut lebt und Hunger leidet, und wie sich dabei die Reichen rechtfertigen werden. Wieviele Schätze man der Mutter Erde entreißen darf, um jeden Meter mit dem Auto fahren zu können. Was den einzelnen die Reinheit der Luft und das Weltklima angeht. Wie Gerechtigkeit sein kann, wenn nicht alle gleich gelten vor dem selben Gott. Ob der Mensch nach den Sternen greifen soll oder im Labor Pflanzen, Tiere und Menschen produzieren, ob das für Menschen nötig ist und ihnen gut tut.

Wie eine Menschheit, die sich selbst den Boden unter den Füßen wegzuziehen im Begriff ist, einen Anker im Glauben haben kann. Wo doch gerade diese Menschheit versucht, die Brücken hinter sich abzureißen: darauf eine Antwort. Wie werden die Jünger darauf richtige Antworten finden ohne Christus, den menschgewordenen Gott. Deshalb zögern sie, ihn gehen zu lassen. Denn sie wissen, dass er Antworten hat – dass er selbst überhaupt die Antwort IST: Christus, der wahre Mensch, der gültige, verbindliche Mensch, der Mensch, so wie er bei der Schöpfung von Gott gemeint war.
Jesus Christus, der letzte Mensch.

Und der erste. Laßt ihn nicht aus den Augen.

Sonntag, 13. April 2008

1. letzte menschen

„Er hat nichts, wofür er lebt. es lebt um ihn herum“, beschreibt Tobias Moretti den von ihm dargestellten Polizisten Thomas Dorn: „ein prototypischer, heutiger, überforderter Mensch, der in einem Vakuum lebt“, zu sehen in „Das Jüngste Gericht“, Regie Urs Egger. Die Kommissare werden auch immer menschlicher, keine Weisen mehr, unbestechlich, schlau, sondern behaftet mit privaten Problemen wie du und ich.
Aus den Bergen des hohen Geistes kam einst Zarathustra in die Stadt herunter, um die Menschen den Übergang zu lehren, und bei ihrem Stolz spricht er sie an: So will ich ihnen vom Verächtlichsten sprechen: das aber ist d e r l e t z t e M e n s c h. .... Seht! Ich zeige euch d e n l e t z t e n M e n s c h e n. „Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern?“ – so fragt der letzte Mensch und blinzelt.

Dieser letzte Mensch begegnet in seiner Überforderung. Er lebt einigermaßen bequem und hat keine großen Ziele, nichts, was ihn wahrhaft herausfordern würde, nichts, wofür zu kämpfen sich lohnt. Immerhin, ein Kommissar erhebt sich aus der Gleichmäßigkeit, beginnt zu forschen und zu fragen: aber wird dieser letzte Mensch vor den großen Herausforderungen bestehen können? Das Jüngste Gericht, die letzte, größte, umfassendste Infragestellung des Menschen, seiner Taten und Ziele. Aber Zarathustra sieht den letzten Menschen blinzeln: er lacht ihn aus, er nimmt ihn nicht ernst, er verweigert die Begegnung. Der letzte Mensch ist der verachtete und verächtliche Mensch.

Siehe/Höre: http://www.youtube.com/watch?v=dbI5K0AzNHI

2. haushofer, die wand, roman

Hugo und Luise werden als etwas eigenwilliges Paar beschrieben, mit ihren jeweiligen Marotten, aber durchaus freundlich: "Wie es so geht, im Umgang mit Hypochondern, hatten wir seine Zustände nicht mehr ernst genommen", beschreibt die Verlassene ihre Sorge um den nicht aus dem Dorf zurückgekehrten Jagdhausbesitzer, und "Luise liebte den Umgang mit Holzknechten und Bauernburschen, und es kam ihr nie in den Sinn, daß die verschlagenen Gesellen heimlich über sie lachen könnten" sieht sie ihre Kusine kritisch: die aussichtslose Anbiederung, das Dazugehörenwollen, das Publikumbrauchen als ebenso verzeihliche Schwäche wie die Jagd des vermögenden Gatten, der das Anwesen seiner Stellung zu schulden meint, obwohl er ein schlechter Schütze ist und nichts trifft. Diese beiden Eigenschaften dürften die beiden das Leben gekostet haben, sie kehren nie mehr aus dem Dorf zurück.
Noch etwas zum Rückblick auf die beiden: Ist es schon ausreichend bedacht worden, in welch großem Ausmaß sich die Erzählerin den beiden verdankt? Gerade ihre Eigenarten sind es, die ihr das Überleben ermöglichen, der gut dressierte Jagdhund, das Jagdhaus im Bergwald, die Jagd selbst, und die vom überängstlichen Besitzer mit Sammlerleidenschaft überreich eingelagerten Vorräte, denn es wurde immer über Atomkriege geredet damals. Gute Erinnerung also, und die Frau hatte sich den beiden ja aus eigenen Stücken angeschlossen, hatte ihren Umgang gesucht, wenn auch nicht aus inniger Übereinstimmung, so doch in loser Verwandtschaft und freundlicher Distanz. Kaum gedacht wird der beiden fast schon erwachsenen Töchter, außer dass sie der Mutter schon ein Maß an Freiheit und Unabhängigkeit zugestünden, und gar nicht des früheren Mannes. Dafür tauchen manchmal Kindheitserfahrungen auf aus der Landwirtschaft, die nun zum Überleben wichtig werden.
Aber alle diese sind nicht die letzten Menschen, die von der Frau zurückgelassen werden: ganz unerwartet erscheint der letzte Mensch und bringt nur Verderben, und verdient nichts als eine Kugel, keine Fragen, kein Verständigungsversuch, keine Erklärung. Und dieser erst offenbart mir die ganze Sinnlage dieses Abschieds. Kunst, Kultur, Literatur, Gesellschaft, Staat, Sinn werden mit einem Wisch weggefegt und nicht vermißt. Die Menschen gehen nicht ab. Man kann, wenn auch mühsam, unter Aufbietung aller Kräfte und Fähigkeiten, allein existieren. Eigentlich gut so. Und die Frage nach dem Hereinbrechen des Verhängnisses wird gar nicht gestellt. Der Forschungsdrang nach der Wand hält sich in Grenzen. Keine Frage nach dem Verbleib der Menschen, kein Gedanke an Tote, an Leichen, an Todesursachen. Eine vage Vorstellung von einer Kriegswaffe als Ursache des Verhängnisses, der nicht nachgegangen wird und die auch nicht korrigiert wird, als sie offensichtlich nicht zutreffen kann. Der allerletzte Mensch läßt den vorletzten ungerührt liegen und interessiert sich nicht für das Verhängnis. Und niemals fragt er: warum ich, warum gerade ich. Da scheint ein stillschweigendes Einverständnis vorzuliegen. Gut so, ich bin ja da, und eine Weile kann ich überleben. Und die anderen, die Verschwundenen: etwas hat sie weggenommen, das nicht verstehbar ist, und damit kann man einverstanden sein. Man muß es nicht rechtfertigen, sie wurden nicht ermordet, sie scheinen etwas lästig gewesen zu sein, das frühere Zusammensein erscheint immer irgendwie verhalten und angestrengt, keine Erinnerung an Einverständnis und Glück: ob nicht dieser allein auf sich gestellte Überlebenskampf eine Erleichterung ist, gar ein erfüllter Wunsch – ganz auf die vertraute und berechenbare Natur verwiesen, Tiere als dankbare Partner, verstehbar, einschätzbar, und dass sie nicht sprechen/ keine Fragen stellen, muß kein Nachteil sein.
Also doch einverstanden mit dem Ende des Menschen – es scheint eine neue Dimension des Menschlichen zu eröffnen: Fürsorge für solche, die nicht zurückgeben können.
Was offen bleibt bei diesem geheimen Einverständnis: warum wird nicht nach diesem absurden Schicksal gefragt? Etwa aus Vorsicht, die eigenen Wünsche zu deklarieren?
Ein Menschenende als Erleichterung und Trotz wegen der Fremdheit.

3. glavinic, die arbeit der nacht, roman

Noch harmloser beginnt das Menschenende für Jonas. Ein Montag Morgen, Frühstück, der Weg zur Arbeit. Doch auch ihm gehen nicht sogleich die Menschen ab, zuerst kein Radio, kein Internet, kein Fernsehen, keine Zeitung, keine Telefonverbindung. Aber bald werden Menschen gesucht: Marie, der Vater, die Arbeitskollegen. Stattdessen leere Straßen in Wien, keine Passanten, kein Verkehr, nichts regt sich, sogar die Vögel scheinen anfangs verstummt. Auch Jonas fragt und forscht nicht nach den Ursachen – aber er nimmt das Fehlen der Menschheit nicht sogleich als gegeben hin. Zwei Impulse treiben ihn durch die entleerte Welt seit diesem Tag: Kontakt aufzunehmen mit Überlebenden, und sich seiner selbst zu vergewissern. Der Überlebenskampf fällt ihm leicht: die verschwundenen Menschen haben Autos und Lebensmittel hinterlassen, und die Stromversorgung scheint irgendwie von selbst zu laufen im Lande der Wasserkraft (die Atomkraftwerke in England erscheinen glücklicherweise nicht im Fokus der Geschichte). Aber Jonas ist auf all seinen Vergewisserungsreisen ständig beschäftigt, Zettel mit Nachrichten und seiner Telefonnummer zu hinterlassen. Und er bildet eine seltsame Marotte aus, überall Videogeräte zu postieren, die ihn selbst aufnehmen, und unter Aufwand aller Kräfte sieht er sich immer wieder die Bänder an, auf denen er selbst durch die nun leere Welt irrt: Selbstvergewisserung ohne Du.
Immerhin: Jonas sucht nach Menschen, nach dem Vater und seinen Spuren, nach Marie, seiner Freundin, die im Ausland war, und nach sich selbst. Mysteriöse Zeichen einer geheimen Anwesenheit entdeckt er, in der Wand eingemauert, unbewußte Regungen im Schlaf , ohne Kontrolle, aber gefilmt.
Die Begegnungen mit der Natur sind krisenhaft, das Wetter, die Orientierung im Wald, das Zeitgefühl sind unverläßlich und unerprobt. Jonas fühlt sich der Natur nicht gewachsen, hier ist er fremd. Nah sind ihm seine Erinnerungen, die vertrauten Orte mit Spuren von Gemeinsamkeit oder von sich selbst. Jonas hilft sich mit Technik, mit Autos und Supermärkten. Und in einem fort schreit er ins leere All hinaus: ich bin da, ich bin da!
Wie vor der Wand gibt es kein Fragen, kein Nachfragen. Kann man fragen nur mit einem Gegenüber? Gibt es keine Sinnsuche eines Einzelnen? Nimmt der Mensch seine Einsamkeit als gegeben, ohne zu rebellieren?
Aber es gibt ein Suchen, einen verzweifelten Kampf, wieder besseres Wissen doch noch zu entrinnen einem unerbittlichen, unverstandenen Schicksal, und sich zu retten zu dem einzigen Menschen, zu Marie, und das gar nicht wegen der besonders guten und verständnisvollen Beziehung, sondern eher als Wiedergutmachungsversuch.
Zuletzt das Fallen, nun wie ein Einverständnis mit einem unbegreiflichen Verhängnis, das Fallen aus der Zeit, deren Dimensionen von Menschenleben und Zeitaltern, von Geschichte und Halbwertszeiten des radioaktiven Mülls, und somit auch ein Fallen aus der Verantwortung, die dem Menschen zu groß geworden war, als dass er sie noch tragen hätte können, und somit etwas wie ein Zurückfallen zu dem, wo es eigentlich hingehört nach seiner Bestimmung, nach einer ungerechtfertigten Selbstermächtigung.
Also wiederum ein Einverständnis mit dem Verschwinden des Menschen.

Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin

Gal 2, 2

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